Zum Pressetermin von Kirchenvorstand, Propstei und Landeskirche BS

Erstellt von Axel Specht |

Am 26.02.2020 fand ein Pressetermin statt (siehe: www.braunschweiger-zeitung.de/peine/vechelde/article228555863/Familien-Arbeit-in-Vechelde-viele-Angebote-bleiben.html). Dazu waren wir nicht eingeladen - was durchaus in Ordung ist. Das unsere Sache allerdings vollkommen totgeschwiegen wurde ist Grund für ein Statement.

Als Initiatoren der Unterschriftenaktion und Online Petition mit dem Titel „Eine lebendige Gemeinde für Groß und Klein – Für den Erhalt und die Weiterentwicklung des evangelischen Familienzentrums Vechelde“ mit über 800 Unterstützern (zu über 90% aus Vechelde) sind wir erschüttert und entsetzt, dass sowohl Kirchenvorstand als auch Propstei diese Initiative öffentlich totschweigen!

Die Kernaussage (Zitat)„ Aus dem evangelischen Familienzentrum in Vechelde wird die „familienbezogene Arbeit“[…]“ von Kirchenregierung und Kirchenparlament ignoriert alle inhaltlichen Stützpfeiler und Rahmenbedingungen des bisherigen Familienzentrums in Vechelde, dass wir (demnächst auch als Verein) erhalten und weiter entwickeln wollen!
An dieser Stelle möchte ich dieses „Wir“ einmal in Zahlen fassen:
Bei der letzten Kirchenvorstandswahl haben 403 Menschen in Vechelde einen Kirchenvorstand als Vertretung ihrer Interessen gewählt der sich jetzt über die Wünsche von über 800 Vechelder Bürgern hinwegsetzt!
Darum sind wir erschüttert und entsetzt!

Das „evangelische Familienzentrum Vechelde“ steht für ein generationenübergreifendes, weltoffenes, aktives und integratives Zusammenleben in der (Kirchen-)Gemeinde Vechelde im neutestamentlichen Sinn. Dies inhaltlich gleichzusetzen mit „familienbezogener Arbeit“ ignoriert den vorher umrissenen Leitgedanken vollkommen!
Darum sind wir erschüttert und entsetzt!

Die Landeskirche Braunschweig versucht sich, wie nicht anders zu erwarten, positiv darzustellen (Zitat: „Wir leisten Dienst am Menschen.“). Dabei ist es genau diese Landeskirche, die mit ihren seit Jahren andauernden Sparmaßnahmen für die Misere verantwortlich ist. Genau diese Landeskirche entzieht mit der Streichung der Vollzeitstelle im Kernort Vechelde (über 2500 wahlberechtigte Kirchenmitglieder) dem Familienzentrum und dem damit verbundenen weltoffenen, integrativen und generationenübergreifenden Angebot für die gesamte Gemeinde Vechelde den Boden!
Darum sind wir erschüttert und entsetzt!

Was steckt wirklich hinter dem, was Propstei und Kirchenvorstand unter dem Titel „familienbezogene Arbeit“ anbieten werden?
Alle U3 Angebote wird es nur in Zusammenarbeit mit Sponsoren geben, die es für das o.g. Gesamtkonzept durchaus gab. Uns stellt sich dabei die Frage, wie groß das Engagement von örtlichen Sponsoren sein wird, wenn es nur noch darum geht, einzelne Kurse zu finanzieren die es im nahen Umland bereits gibt, statt wie bisher einen zentralen Treffpunkt für den gesamten Ort zu fördern. Zudem wird die Anzahl der Kurse sinken und die Gebühren dafür werden um ca. 20% steigen!
Erhalten bleiben natürlich auch alle Maßnahmen, für die sich weder Propstei noch Kirchenvorstand aktiv einsetzen müssen da sie „ehrenamtliche Selbstläufer“ sind (Cantabile-Chor, Theatergruppe, Kinderkirche) oder von externen freien Mitarbeitern durchgeführt werden (Hebamme, Delfi-Kurse, Spielkreise).
Die offene, integrative Kinder- und Jugendarbeit insbesondere für die 6-12 Jährigen (ehemals unter dem Dach des Familienzentrums) wird von der Gemeinde Vechelde eingestellt!
Darum sind wir erschüttert und entsetzt!

Die Veränderungen in der Konfirmanden- und Jugendarbeit im Ganzen werden gar nicht mehr erwähnt. Das hoch integrative Gesamtkonzept für diese Zielgruppe mit der Chance sich in konkreten Projekten innerhalb der Gemeinde Vechelde zu engagieren sowie der Möglichkeit eigenverantwortlich, gleichberechtigt und auf Augenhöhe (Gemeinde-)Zusammenleben zu gestalten und zu erfahren wird zusammen mit dem Familienzentrum ebenfalls begraben.
Darum sind wir erschüttert und entsetzt!

Die Aussage (Zitat)„„Uns hat das Familienzentrum sehr am Herzen gelegen“, betont Pia Dittmann-Saxel. Daher habe die Kirchengemeinde einen Weg finden wollen, um möglichst viele Angebote aufrecht zu erhalten.“ möchten wir an dieser Stelle unter der Rubrik „alternative Fakten“ einordnen. Als Initiatoren der Petition waren wir auf bisher zwei von vier der sog. Planungstreffen von Propstei, Kirchenvorstand und ehemaligem Beirat des Familienzentrums eingeladen. Die Tendenz in diesen Treffen lässt sich mit dem einfachen Satz „Verwaltung des Mangels“ beschreiben. Wir stehen für ein langfristiges und zukunftsorientiertes Gesamtkonzept, dass die über 10 jährige generationenübergreifende Arbeit unter dem Dach des Familienzentrums in Vechelde weiterführt und weiter entwickelt. Von alldem ist in den Statements der Landeskirche, der Propstei und des Kirchenvorstandes nichts zu lesen!
Darum sind wir erschüttert und entsetzt!

Ebenso gehört die Behauptung, es sei „Eine (ungelöste) Schwierigkeit [...], eine Geschäftsführung [für das Familienzentrum (Anm. des Verfasssers)] zu finden“ in das Reich der alternativen Fakten. Wir haben auf beiden Planungstreffen zu diesem Thema Vorschläge gemacht und sehr deutlich dargelegt, dass wir weitere Handlungsalternativen erarbeiten werden. Frau Dittmann-Saxel und Frau Horn waren bei beiden Treffen anwesend! Unsere Initiative und unsere Vorschläge gänzlich zu verschweigen spricht für sich und das lassen wir hier unkommentiert stehen!
Darum sind wir erschüttert und entsetzt!

Insgesamt wird das inhaltlich zusammenhängende Gesamtkonzept „Familienzentrum“ in einer lebendigen Gemeinde zugunsten eines Potpourris von Angeboten, die auf verschiedene Orte in der Propstei verteilt sind, aufgegeben! So sieht kirchliche und christliche Familienarbeit der Landeskirche und der Propstei in der Praxis aus!
Darum sind wir erschüttert und entsetzt!

Die Gute Nachricht: Wir machen weiter!

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